Skulpturen in der Kommune Apenrade

Willkommen zur Skulpturenschau in der Kommune Apenrade

Granit, Bronze, Holz, Ziegel oder Stahl. Glatte oder raue Oberflächen, kantig oder kurvig, traditionell oder zeitgenössisch, abstrakt oder naturalistisch: Die Kommune Apenrade ist reich an Skulpturen vieler Genres, Materialien und Ausdrucksweisen.

Mit diesem Skulpturenführer möchte Ihnen der Rat für Bildende Kunst der Kommune Apenrade eine Auswahl der zahlreichen Skulpturen der Gemeinde vorstellen. Der Leitfaden richtet sich an alle, die sich für das Entdecken von Kunst und die Begegnung zwischen Skulptur und Umgebung interessieren. Möge er Viele — natürlich auch Gäste — zu Skulpturenausflügen in der gesamten Gemeinde anregen und die Begegnung mit der Welt der Skulpturen noch interessanter machen.

Viel Vergnügen bei der Skulpturenschau.

Skulpturenschau in der Kommune Apenrade

  • Titel und Entstehungsjahr
    Adler, 1995

    Werkstoff
    Bronze

    Künstler
    Nicolaus Wehding, 1932-2018

    Standort
    Vor dem Bücherei- und Bürgerservicegebäude, Vestergade 20, Rothenkrug

    Beschreibung
    Die scharfen Krallen des Adlers haben den Fisch gepackt und fest im Griff, während seine Flügel nach oben schlagen und sein offener Schnabel einen Schrei ausstößt. Will der Adler seine Beute schützen? Sind Rivalen in der Nähe, die ihm womöglich die Beute streitig machen könnten?

    Nicolaus Wehding hat diese kraftvolle Momentaufnahme vom Kampfplatz der Natur in seine Bronzefigur gegossen. Adler und Fisch sind in Lebensgröße dargestellt. Während seiner gesamten Laufbahn hat Wehding mit Tiermotiven gearbeitet. Oft stellt er Situationen dar, die das instinktive Verhalten der Tiere zeigen. Sie werden "in Aktion" festgehalten, und zwar mit einer solchen Präzision, dass man den Schrei und den Flügelschlag förmlich hören kann, wie wenn der Adler seinen Fang gerade erst gelandet hat.

    Wehdings Tierskulpturen sind in der Gegend reichlich vertreten — in Apenrade u. A. als Sich hinlegendes Pferd, Die Glucke und Der Ringreiter.

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    Titel und Entstehungsjahr
    Alle heben mit an & Zusammen schaffen wir den Durchbruch, 1995
    (Way-Out, Transformation I-II)

    Werkstoffe
    Roter Granit und Stahl

    Künstler
    Hans Lembrecht Madsen, geb. 1943

    Standort
    Die Kreisverkehre an der Ausfahrt 70b der Autobahn E45 (Verlängerung der A7)

    Beschreibung
    An der Straße zwischen Apenrade und Rothenkrug steht, auf Stahlsäulen ruhend, ein riesiger Granitblock. Er kommt gegen den Horizont zum Vorschein oder taucht vor ihm ab — je nachdem, ob man in dem hügeligen Gelände bergauf oder bergab fährt.

    Die Skulptur heißt Alle heben mit an; sie befindet sich auf der Wölbung innerhalb des östlichen der beiden Kreisverkehre zwischen Apenrade und Rothenkrug. Wenige hundert Meter weiter westlich, im Kreisverkehr Richtung Rothenkrug, steht das Gegenstück unter dem Titel Zusammen schaffen wir den Durchbruch. Die Straßen verbinden. Sie führen uns aus den Städten hinaus in die Welt, auf die große E 45 — und lassen ebenso die Welt ihren Weg zu uns finden. Sie verbinden Apenrade und Rothenkrug miteinander — die nach und nach immer mehr zusammenwachsen, weil sie gemeinsam nach Wachstum und Fortentwicklung streben. Die Titel der Skulpturen sind ein Ausdruck für ebendiesen gemeinsamen Traum.

    Auch die Gestaltung der beiden Kompositionen aus rotem Granit und blanken Stahlrohren steht für eine Symbolik: Die Stahlrohre sind die aktiven, die ausführenden Elemente zur Verwirklichung der Intention der Skulpturen: Als geschlossene Formation, als Gruppe ”heben sie alle zugleich mit an” und ”schaffen zusammen den Durchbruch”. Der Granit versinnbildlicht als Material die Verbundenheit der beiden Orte miteinander.

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    Titel und Entstehungsjahr
    Annas Werk, 1996

    Werkstoffe
    Stahl mit Bank und Bronzeplastik

    Künstlerin
    Lone Høyer Hansen, geb. 1950

    Standort
    Ecke Nørreport und H. P. Hanssensgade, Apenrade

    Beschreibung
    Drei interessante Aspekte der Geschichte Apenrades sind in die Gitterkonstruktion dieses Skulpturenensembles eingewoben:

    Die Seefahrt, erkennbar in den dargestellten Schiffen und Fischen, Wellen und Strömungen.

    Jungfer Fanny, angeblich eine uneheliche Tochter des Königs Christian d. 8., aufgewachsen beim Amtmann (~Landrat) auf Schloss Brundlund. Jungfer Fanny wurden hellseherische Fähigkeiten nachgesagt. So sah sie etwa die die Eingliederung Nordschleswigs/Süderjütlands in Dänemark voraus (Volksabstimmung, Grenzneufestlegung 1920). Sie war zudem für ihre Stickereien bekannt. Ihre eigentlichen Handarbeiten sind im Apenrader Museum zu sehen, während Elemente ihrer Stickereivorlagen in die Gitterkonstruktion integriert sind.

    Franciska Clausen machte ab den 1920er-Jahren als wegweisende Avantgardekünstlerin von sich reden. Ihr Zeichenstrich findet sich in der Gitterkonstruktion wieder und zeigt ihre Fähigkeit, mit geometrischer Formensprache zu arbeiten.

    Die Komposition einer Dekoration oder Ausschmückung durch Integrieren mehrerer Elemente ist typisch für die Künstlerin Lone Høyer Hansen. Innen im Gitterwerk steht somit etwa eine aufrechte Frauengestalt mit einer Nadel in Übergröße — ein Hinweis auf die Frauen aus der Gegend um Scherrebek (Skærbæk), die Ende des 19. Jahrhunderts Decken im Jugendstil woben.

    Annas Werk war das erste öffentliche Ausschmückungswerk Lone Høyer Hansens.  

  • Titel und Entstehungsjahr 
    Ausschmückung, 1995

    Werkstoffe
    Bronze und granit

    Künstler
    Ole Hempel, 1944-2007

    Stanort
    Kreuzung an der Storegade, Klipleff

    Beschreibung
    Es gibt viele Figuren in Ole Hempels Werk Ausschmückung zu entdecken, das aus zusammengestellten Elementen aus verschiedenen Werkstoffen und Oberflächen besteht.

    Die Ebenen verändern sich und schaffen einen dynamischen Erlebnisraum um die Skulptur herum in das Kopfsteinpflaster eingelassene Elemente und Figuren auf Sockeln verschiedener Höhen: ein Pferd, eine Sonnenuhr, die Reste einer Mahlzeit, ein Kirchturm, ein Paar achtlos dahingeworfener Schnabelschuhe (einer über dem anderen liegend) und ein Buch, in dem man blättern und Texte finden kann, die die Skulptur und ihre Entstehung thematisieren.

    Die bearbeiteten Granitsockel dienen auch als Teil der Ausschmückung, zum Beispiel die hohe Stele, in deren rauer Oberfläche ein glattes, kreuzförmiges Relief erscheint, was wiederum auf Klipleff als Knotenpunkt für Pilger auf ihrer Reise verweist.

     

  • Titel und Entstehungsjahr
    Das Felsentier, 1996

    Werkstoffe
    Moseløkke-Granit von der Insel Bornholm

    Künstler
    Claus Ørntoft, geb. 1959

    Standort
    Altes Rathaus, Rådhusgade, Apenrade

    Beschreibung
    Geballte Kraft steckt in Claus Ørntofts Felsentier, das auf den Stufen des alten Rathauses im Herzen von Apenrade kauert. Kinder, die einen Ritt auf ihm wagen, vorbeikommende Brautpaare, das Lachen und bunte Treiben der Menschen in der Fußgängerzone: Das Felsentier mit seiner erhabenen Gelassenheit bringt nichts aus der Ruhe. Schließlich ist es Jahrtausende alt und von isländischen Sagen und der nordischen Mythologie abgeleitet.

    Als ein typisch prähistorisches Wesen hat der Künstler in dem uralten Granitmaterial das Felsentier gesehen — und es zu neuem Leben erweckt. Gleiches kann man der aus dem gleichen Werkstoff wie das Felsentier geschaffenen Treppe zuschreiben. Ørntofts Material- und Formenwahl zeugt von einer weiteren wichtigen Inspirationsquelle, nämlich der romanischen Steinmetzkunst in dänischen Kirchen des Mittelalters.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Das Kuckucksküken, aufgestellt 1986 

    Werkstoff
    Bronze

    Künstler
    Gunnar Westman, 1915-1985

    Standort
    Fladhøj-Schule, Skovbrynet 2, Rothenkrug

    Beschreibung
    Wenn die Kinder der Fladhøj-Schule um Gunnar Westmans Bronzeskulptur Das Kuckucksküken herumtollen, kommt es ihnen wahrscheinlich nicht in den Sinn, dass sie ein wundersames Naturphänomen darstellt. Wir alle kennen die Geschichte vom Kuckuck, der sein Ei in das Nest eines viel kleineren Wirtsvogelpaares legt, und sobald das Kuckucksjunge aus seinem Ei geschlüpft ist, stößt es die anderen Eier über den Rand.

    Diese Rücksichtslosigkeit vergisst man leicht, wenn man Westmans Skulptur betrachtet, die einen fürsorglichen Wirtsvogel darstellt, der einem mehr als doppelt so großen Kuckucksküken Futter in den weit geöffneten Schnabel stopft. Hier mutet alles ungefährlich an. Die Vögel balancieren ruhig auf einer durch einen Bronzesockel verlaufenden Achse, die genau an der Stelle endet, wo der Wirtsvogel auf dem Rücken des Kükens ruht.

    Die Oberfläche der Bronze ist glatt und rund, so dass sie sich angenehm anfühlt. Gunnar Westmans Figur ist so beliebt, dass er mehr als eine Handvoll Kuckucksküken im ganzen Land verteilt hat.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Das Königstor, 1996

    Werkstoffe
    Granit und Gusseisen

    Künstler
    Erik Heide, geb. 1934

    Standort
    Der Marktplatz zwischen der H. P. Hanssensgade und dem Madevej, Apenrade

    Beschreibung
    Das Ringreiten ist ein beliebtes Skulpturenmotiv in Nordschleswig/Süderjütland. Auf dem Marktplatz in Apenrade finden wir Erik Heides Interpretation, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Kreisringreitervereins Apenrade 1996 entstanden ist: Eine Ringreiterlanze durchdringt zwei mächtige Granitstelen und spießt auf ihrem Weg den begehrten Ring auf.

    Die Skulptur inszeniert den traditionellen Ringreiterkorso, der alljährlich am ersten Juliwochenende stattfindet. Über 400 Reiter versammeln sich am Königstor, der Vorsitzende des Kreisringreitervereins reitet durch die Skulptur hindurch und führt den Zug der Reiter und Musikkapellen durch die Stadt zum Ringreiterplatz an der Hjelmallee, wo das Ringreiterturnier stattfindet.

    Als der Marktplatz im Zuge der Stadterneuerung des Apenrader Zentrums 2020 umgestaltet wurde, war es eine wichtige Aufgabe der Landschaftsarchitekten, das Königstor in die Gestaltung des neuen Platzes zu integrieren. Beachten Sie zum Beispiel, wie die Form des Rings die geschwungenen Linien der neuen Hügel des Platzes aufgreift, die einen feinen und spielerischen Kontrast zu den monumentalen Granitstelen bilden.

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    Titel und Entstehungsjahr
    Das Tor, 2001

    Werkstoff
    Granit

    Künstler
    Hans Lembrecht Madsen, geb. 1943

    Standort
    Torvegade 23, Pattburg

    Beschreibung
    Hans Lembrecht Madsen ist in der Kommune Apenrade reichlich vertreten. Oft gibt er seinen Skulpturen subtile Titel, die mit der Sprache spielen und die Richtung der Interpretation vorgeben.

    Bei der Skulptur Das Tor scheint es auf den ersten Blick so, als ob wir den Titel wörtlich nehmen sollten. Aber die Subtilität schleicht sich mit dem kleinen Steinblock ein, der in die Pflasterung vor dem Eingang zum Tor eingelassen ist: ein "Stolperstein", wie Lembrecht ihn nennt. Da die Grenze und das Tor geografisch fast deckungsgleich miteinander sind, thematisiert er damit die möglichen Unbequemlichkeiten, die mit dem Passieren des Tores nach Dänemark verbunden sein können.

    Der Betrachter kann zudem gleichsam spüren, wie das kleine, schmale Tor in der dominanten, asymmetrischen Steinfläche gerade noch offen zu bleiben vermag. Das kleine Tor zeigt, wie viel Kraft und Wille nötig sind, um einen Durchlass zu ermöglichen.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Die Leier des Raumes, 1999

    Werkstoff
    Stahl

    Künstler
    Piet Hein, 1905-1996

    Standort
    Autobahnausfahrt 76 an der E45, nahe Bov/Bau und Pattburg

    Beschreibung
    Ein Traum des dänischen Volkshumoristen Piet Hein erfüllte sich posthum, als sein Mobile Die Leier des Raumes mit der Unterstützung von mehr als 100 Sponsoren und um das 20-fache vergrößert und als Skulptur zu neuem Leben erweckt wurde. Es ist ein beeindruckender Anblick, wenn man sich Heins poetischer Adaption des klassischen Saiteninstruments nähert und im Kreisverkehr um die Skulptur herumfährt. Diese ist feingliedrig und kraftvoll, ruhig, dynamisch und geometrisch – alles gleichzeitig. Die Zentrifugalkraft ihrer runden Form interagiert mit der Bewegung der Autos um sie herum – und wenn der Verkehr einmal für einen Moment innehält, kann man vielleicht mit etwas Glück die Klänge des Windes in den Saiten der Leier hören.

  • Titel und Entstehungsjahr 
    Die Mauer, 2009

    Werkstoff
    Granit und bronze

    Künstler
    Keld Moseholm, geb. 1936

    Standort
    Store Torv (Grosser Markt), Apenrade

    Beschreibung
    Die Teilnehmer des Apenrader Bergmarathons haben hier quasi eine Identifikationsskulptur erhalten, denn bei Start und Ziel des jährlichen Laufs erblickt man die Skulptur Die Mauer von Keld Moseholm. Sie versinnbildlicht auf humorvolle Weise das Phänomen der "Mauer, gegen die man läuft", das viele Läufer kennen. Zwei von Keld Moseholms unverwechselbaren kleinen rundlichen Männern aus Bronze versuchen, einen 5 Tonnen schweren Granitstein zu durchbrechen.

    Der eine Pummelige ist von hinten in gebückter Haltung zu sehen, wie er auf dem Weg in den Stein hinein ist, während der andere aufrecht und mit zum Jubel hochgerissenen Armen auf der anderen Seite herausläuft. Die moseholmschen Protagonisten sind keine durchtrainierten Athleten, die den heutigen körperlichen Idealen entsprechen. Vielmehr treten diese kleinen wohlgenährten 'Dickerchen' seit den 1980er-Jahren in Moseholms Werken auf und sind immer eifrig bemüht, Gesteinsbrocken über Kanten zu schieben, sich gegenseitig an senkrechten Flächen hochzuziehen oder, wie hier, allen Naturgesetzen zum Trotz durch Mauern zu laufen.

    Der Verein, der den Apenrader Bergmarathon organisiert, überließ die Skulptur der Kommune Apenrade anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Laufs im Jahr 2009 als Geschenk der Bevölkerung.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Der Ringreiter, 1991

    Werkstoff
    Bronze

    Künstler
    Nikolaus Wehding, 1932-2018

    Standort
    Park des Schlosses Brundlund am Dr. Margrethesvej, Apenrade

    Beschreibung
    Für Gäste des Landesteils ist das Ringreiten eine exotische nordschleswigsche Eigenart. Für die Einheimischen sind Ringreiterfeste indessen so selbstverständlich wie Kochwurst und Zimtplätzchen. Interpretationen des Ringreitens finden sich in Skulpturen in der gesamten Region und spiegeln damit seine große kulturelle Bedeutung für die hiesige Gegend wider.

    Wehdings Werk zeigt einen Ringreiter, der sein Pferd treibt. Die Formensprache ist dynamisch, und wer diesen nordschleswigschen Volkssport kennt, weiß, dass er im Begriff ist, einen kleinen aufgehängten Ring mit seiner Lanze aufzuspießen. Wer die meisten Ringe schafft, wird Ringreiterkönig oder -königin.

    Wehding bediente sich einer figurativen, klassischen Formensprache und beschäftigte sich thematisch vor allem mit Menschen und Tieren. Er schuf eine große Anzahl dekorativer Werke, darunter mehrere in seiner Heimatstadt Apenrade.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Der Sohn, 1939-40

    Werkstoff
    Bornholmer Granit

    Künstler
    Axel Poulsen, 1887-1972

    Standort
    Genforeningsparken (Wiedervereinigungspark), Haderslevvej 7, Apenrade

    Beschreibung
    Poesie und Pathos sind typische Merkmale der Werke des Bildhauers Axel Poulsen — weshalb er schon des Öfteren für die Gestaltung von Denkmälern die erste Wahl gewesen ist. So zeichnet er etwa für das Wiedervereinigungsmonument im Kopenhagener Fælledpark und die Monumente für Gefallene im Erinnerungspark in Aarhus sowie im Hain des Gedenkens im Ryvangen im nördlichen Kopenhagen verantwortlich.

    Auch Der Sohn ist ein Denkmal, und zwar für den dänischgesinnten H. P. Hanssen (1867-1942), der sich "für die Sache Süderjütlands" und für eine auf Gesinnung der Bevölkerungen und nicht auf politischen Abkommen basierende Grenz(neu)festlegung zwischen Deutschland und Dänemark einsetzte. Über seinem als Relief gestalteten Gesichtsprofil auf dem Sockel findet sich die Inschrift:

    Trofast Søn af Danmark            Getreuer Sohn Dänemarks
    Modigt han i ærlig kamp            Mutig er in ehrlichem Kampfe
    Moders Sag har værnet             Die Sache unserer Mutter hat verteidigt

    Anlässlich der 100-Jahr-Feierlichkeiten zur Eingliederung Süderjütlands in Dänemark wurde das Monument 2020 in den Wiedervereinigungspark verlegt — wobei der Park sowohl hinsichtlich des Narrativs als auch architektonisch den Balkon des Folkehjems (Volksheims) in den Mittelpunkt stellt: Von diesem aus verkündete H. P. Hanssen 1918 einer gespannt wartenden Menschenmenge, dass eine Volksabstimmung über die Grenzziehung nunmehr beschlossene Sache sei (die sog. Apenrade-Resolution).

  • Titel und Entstehungsjahr 
    Der Stadtbrunnen, 1996 

    Werkstoffe 
    Schwarzer Diabas, roter Granit und Bornholmer Moseløkke-Granit

    Künstlern
    Jesper Kjærgaard, Erik Dahlgreen og Kirsten Lausten

    Standort 
    Der Marktplatz zwischen H. P. Hanssensgade und Madevej, Apenrade

    Beschreibung
    Die Apenrader Fußgängerzone wurde 1996 renoviert, und gleichzeitig feierte das Wasserversorgungsunternehmen sein 200-jähriges Bestehen. Zum Gedenken wurde diese von zwei Architekten und einem Ingenieur aus Apenrade entworfene Wasserskulptur errichtet.

    Sie veranschaulicht, wie das Wasser ursprünglich vom Galgenberg nördlich der Stadt zu sieben Springbrunnen im Apenrader Kerngebiet geleitet wurde: Die schwarze Granitscheibe stellt ein Stück Hügelland dar, das von einer Wasserader durchtrennt wird. Das Wasser kommt in dem runden, roten Brunnengefäß an die Oberfläche und wird über eine Rinne mit natürlichem Gefälle zu den sieben Granitpollern geleitet, die die ursprünglichen sieben Brunnen symbolisieren. Diabas ist ein dunkles, feinkörniges und hartes Berggestein. Es wurde früher als schwarzer Granit vertrieben und ist wegen seiner hohen Qualität bei Künstlern weltweit sehr begehrt.

  • Titel 
    Der Tanz um das goldene Kalb

    Werkstoffe
    Granit und Eisen

    Künstlerin
    Monica Poulsen, geb. 1944

    Standort
    Engvej, Rødekro

    Beskrivelse
    Der alte Ochsenweg verläuft durch das Gebiet von Rothenkrug. Es war der Weg, auf dem die wenigsten Bäche und Furten zu durchqueren waren, was ihn zur bevorzugten Route der Viehhändler machte – und folglich auch noch weitere Händler anlockte. Die natürlichen Elemente des Weges – Wälder, Bäche, Pfade und Watsteine – sind an den Seiten des unteren Teils der Skulptur abgebildet.

    Deren Titel ist natürlich eine Anspielung auf das Zweite Buch Mose, in dem, während Mose auf dem Berg Sinai mit Gott spricht, die Israeliten ein Bild des kanaanäischen Götzen Baal anbeten. Sie haben sich zwar kürzlich auferlegt, keinen anderen Göttern zu huldigen, vergessen dieses Gelöbnis jedoch in Moses Abwesenheit. Der Titel spielt somit auf die Geschichte des Viehhandels an und zudem auf den Umstand, dass der Ochsenweg sowohl eine Quelle des Reichtums als auch der Gier war. Diese moralische Zwielichtigkeit wird durch den mächtigen und massiven Ochsen aus Granit symbolisiert, der auf einem eisernen Fundament balanciert, das wiederum auf einem nicht besonders stabil anmutenden Fahrgestell ruht.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Der und kein anderer, 1988

    Werkstoff
    Cortenstahl mit Anstrich

    Künstler
    Harvey Martin, geb. 1942

    Standort
    Ecke Stationsvej und Aabenraavej, Tingleff

    Beschreibung
    Der Titel mag den Betrachter dazu verleiten, Teile eines gebrochenen Herzens zu sehen, wobei Amors Pfeil versucht, die Teile zusammenzuhalten: Die Spitze ist obenauf gelandet, die beiden Bögen sind auseinandergezogen. Die Intention des Künstlers ist indessen eine andere: eine Abstraktion über den gekreuzigten Jesus, wobei der Nagel das Fleisch der Handfläche durchbohrt.

    Der und kein anderer stellt sich in einer monumentalen und vereinfacht figurativen Bildsprache dar, die zur Robustheit des Cortenstahls, einer von Martins bevorzugten Werkstoffen, passt.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Der Wächter, 1947

    Werkstoff
    Granit

    Künstler
    J. P. Junggreen Have, 1915-2008

    Standordt
    Vægterpladsen (der Wächterplatz), Aabenraa

    Beschreibung
    Die Skulptur des Wächters steht an dem Ort, wo sich bis 1827 drei Wächterwohnungen in Apenrade befanden. Ursprünglich stand die Skulptur in der Mitte des Platzes, musste dann aber dem Straßenverkehr weichen und wurde in den Bürgersteig mit seiner speziellen abgerundeten Bordsteinkante integriert.

    Die Formensprache der Skulptur ist einfach und monumental. Jedes Detail fügt sich in die massige runde Form ein; sogar der treue Hund des Wächters. Der Künstler stellt den Wächter genau dort dar, wo er auf seiner Runde innehält, um singend einen Glockenschlag zu verkünden, während er den runden Morgenstern gelassen im Arm an seinem runden Körper hält. Der Wächter sorgt für Ruhe und Ordnung. Die Stadt kann sich auf ihn verlassen.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Der Zaun, 1992

    Werkstoffe
    Bronze

    Künstler
    Bent Sørensen, 1923-2008

    Standort
    Søndertorv, Apenrade

    Beschreibung
    Der Zaun ist ein Geschenk der Ny-Carlsberg-Stiftung und befindet sich im schönen Park von Schloss Brundlund. Es gibt viel Platz zum Betrachten der Skulptur von allen Seiten, um ihre vielen Formen und Räume zu erkunden. Es handelt sich nicht um eine traditionelle Skulptur mit einer Vorder- und einer Rückseite, sondern um eine Ansammlung geometrischer Elemente, die in dynamischer Verbindung miteinander stehen.

    Tatsächlich verändert die Skulptur ihren Ausdruck, wenn wir uns bewegen und die Perspektive unserer Sicht auf sie wechseln, was die große Inspiration des Künstlers durch den Kubismus zeigt. Letzterer stellt die Perspektivenlehre bewusst in Frage und zeigt einen Gegenstand aus mehreren Blickwinkeln gleichzeitig, wodurch es bei dem künstlerischen Projekt mehr um die Erforschung des Motivs als um einen naturalistischen Ausdruck geht.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Die Glucke, 2005

    Werkstoff
    Bronze

    Künstler
    Nicolaus Wehding, 1932-2018

    Standort
    Nicolaus Wehdings Plads, ved Skrænten, Apenrade

    Beschreibung
    Der Bildhauer Nicolaus Wehding hat mehr als 50 Jahre lang Skulpturen für öffentliche Plätze in Nordschleswig/Süderjütland geschaffen. 2005 beschloss die Stadt Apenrade, ihn mit einem besonderen Nicolaus-Wehding-Platz zu ehren. Hier steht seine Bronzefigur Die Glucke als kleines Monument auf einem Granitsockel. Die Glucke breitet schützend ihre Flügel aus, damit die drei halb ausgewachsenen Küken ihre Schnäbel in ihrem Brustgefieder verstecken können.

    Die Figur hebt sich durch ihre deutlich gröbere[Nej, ikke "größere"! "gröbere" med "b" = "grovere", RM] Form und die unebene Oberfläche mit Abdrücken von Händen und Werkzeugen von den früheren Arbeiten des Künstlers ab. Die Kunsthistorikerin Katrine Kampe beschrieb die Entwicklung seines Spätwerks anlässlich einer Ausstellung seines Lebenswerks auf Schloss Brundlund im Jahr 2002: "Seine Arbeiten haben sich in eine zunehmend expressive Richtung entwickelt, in der Hässlichkeit und Schönheit den gleichen Stellenwert haben", so ihr Fazit. Eine Entwicklung, die sich an den zahlreichen Skulpturen Wehdings hier in der Region unschwer ablesen lässt.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Die Kunst des Versteckens – des Gesehenwerdens, 2004

    Werkstoff
    Granit

    Künstler
    Jørgen Glud, geb. 1942

    Standort
    Der Viadukt in Bov/Bau, nördlich von Pattburg

    Beschreibung
    Man erkennt unschwer, dass Jørgen Glud in seiner künstlerischen Arbeit für und mit Kindern arbeitet. Die Kunst des Versteckens – des Gesehenwerdens ist eine Gebrauchs- und Spielskulptur, die sich der Phantasie der Kinder zur Verfügung stellt und sie herausfordert. Es ist ein Ort zum Klettern, Krabbeln und Verstecken.

    Das Spielfreudige und Lebensbejahende kontrastiert mit der Ernsthaftigkeit, die ebenfalls über dem Ort liegt. Denn dies ist auch ein Ort des Gedenkens. Hier wurden am 9. April 1940 im Vorfeld des Einmarsches der deutschen Besatzer drei dänische Gendarmen von deutschen Infanteristen in Zivil getötet, woran das steinerne Ehrenmal hier im Gendarmengarten erinnert. Bei Einbruch der Dunkelheit und Einschalten der Beleuchtung verändert sich auch das Wesensmerkmal der Skulptur vom Spielerischen zum Monumentalen.

    Das Werk ist ein integraler Bestandteil des 2001 umgesetzten Plans zur Stadtentwicklung, als der Gendarmengarten mit dem Denkmal als städtischer Garten für die Öffentlichkeit angelegt wurde.



  • Titel und Entstehungsjahr

    Drei Vögel, 1990

    Werkstoffe
    Emaille auf Stahl

    Künstlerin
    Hanne G. Salamon, 1935-2015

    Standort
    Kirsebærhaven, Apenrade

    Beschreibung
    Das bunte Vogelmobile ist eine Peilmarke für Menschen, die sich in der Wohnungsgenossenschaftsanlage Kirsebærhaven (Kirschgarten) auskennen, aber Neuankömmlinge müssen schon genau hinschauen, um die drei Vögel zu entdecken, die hoch oben unter dem Dachvorsprung in einem Durchgang zwischen zwei Giebeln im Freien nisten. Man kann die Treppe nah oben zu einem Laubengang hinaufsteigen, um das Werk aus der Nähe zu betrachten. Und aus der Nähe wird deutlich, dass die Vögel sich schwimmend bewegen. Sie scheinen es nicht eilig zu haben, denn der Vogel in der Mitte hat Zeit, seinen Kopf zu drehen und mit einem Auge zu zwinkern.

    Von diesen einzelnen Details abgesehen, sind die Vögel eher grob stilisiert. Die Künstlerin hat ihre Körper in Schichten aus kantigen Stahlblechen aufgebaut. Die Außenseite zeigt ein mit Emaillefarben bemaltes und gebranntes Gefiedermuster. Die Farben bleiben in taubenblau, rostorange, schwarz und weiß abgegrenzten Feldern und verleihen ihnen ein grafisches Gepräge. Die sowohl als Grafikerin als auch Malerin ausgebildete Künstlerin hat die Grafik mit Abdrücken aus groben Pinselstrichen gemischt, die den Oberflächen eine strukturelle Beschaffenheit verleihen.

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    Titel und Entstehungsjahr
    Freiheit, 2021

    Werkstoff
    Natursteine

    Künstlerinnen
    Carina Zunino, geb. 1974 & Lena Ignestam, geb. 1965 / Zunino Ignestam Studio

    Standort
    CampusParken, Apenrade

    Beschreibung
    Die Urheberinnen des Werks Freiheit sind die Künstlerinnen Carina Zunino und Lena Ignestam. Ihnen ist wichtig, dass ihre Skulpturen ein natürlicher, integraler Bestandteil ihres Standortes werden, weshalb die Künstlerinnen im Rahmen der Entwicklung von Freiheit u. A. den Campusrat der Studenten bei verschiedenen Workshops zum Thema Leben auf dem Campus in die Arbeit mit eingebunden haben. Herausgekommen ist dabei ein Narrativ über Apenrade als Studentenstadt, aber auch davon, frei und in Bewegung zu sein.

    Die Erzählungen der Studierenden und nicht zuletzt auch die geometrischen Motive der Künstlerin und Apenraderin Franciska Clausen haben die Künstlerinnen bei ihrer Arbeit mit Freiheit inspiriert. Die Skulptur besteht aus fünf Sorten starker und schöner Natursteine und fügt sich daher sowohl dekorativ als auch organisch in den Grünbereich zwischen den Bildungseinrichtungen auf dem Campus ein.

    Die Natursteine sind als 6 Meter lange, eng aneinander liegende Linien angeordnet. Die Linien sind einzelne Steine, die zusammen eine skulpturale Einheit bilden. Entlang jeder Linie gibt es einen ausbrechenden Kreis — wie die Sonne, die langsam über dem Horizont aufgeht und einem neuen Tag ihr Licht spendet. Immer in Bewegung. Immer unterwegs.

    Finanziert wurde das Werk von den Bildungseinrichtungen in Apenrade, der Sydbank-Stiftung, dem Fabrikant Mads Clausens Fond, dem staatl. Dänischen Kunstfonds und der Kommune Apenrade.

  • Der Gendarmengarten - ein Stadtgarten von 2001

    Im Jahr 2001 wurde beschlossen, den Gendarmengarten als städtischen Garten anzulegen, der als Treffpunkt in Pattburg dient. Der Garten wurde im Rahmen der Stadterneuerung angelegt, mit der die Nørregade in eine grüne Allee mit Platz für alle Verkehrsteilnehmer (shared space) umgewidmet wurde.

    Spielskulptur Die Kunst des Versteckens – des Gesehenwerdens
    2004 schuf der Bildhauer Jørgen Glud (geb. 1942) eine Spielskulptur für den Gendarmengarten. Man erkennt unschwer, dass Glud in seiner künstlerischen Arbeit für und mit Kindern arbeitet. Kunsten at gemme sig – at blive set (Die Kunst des Versteckens – des Gesehenwerdens) ist eine Gebrauchs- und Spielskulptur, die sich der Phantasie der Kinder zur Verfügung stellt und sie herausfordert. Es ist ein Ort zum Klettern, Krabbeln und Verstecken.

    Das Spielfreudige und Lebensbejahende kontrastiert mit der Ernsthaftigkeit, die ebenfalls über dem Ort liegt. Denn dies ist auch ein Ort des Gedenkens. Hier wurden am 9. April 1940 im Vorfeld des Einmarsches der deutschen Besatzer drei dänische Gendarmen von deutschen Infanteristen in Zivil getötet, woran das steinerne Ehrenmal hier im Gendarmengarten erinnert.

    Bei Einbruch der Dunkelheit und Einschalten der Beleuchtung verändert sich auch das Wesensmerkmal der Skulptur vom Spielerischen zum Monumentalen.

    Gedenkstein für die am 9. April 1940 gefallenen Gendarmen
    An prominenter Stelle im Gendarmengarten steht das Denkmal für die drei Gendarmen, die am 9. April 1940 der deutschen Vorhut zum Opfer fielen: die Obergendarmen J. P. Birk, A. S. Albertsen und A. A. Hansen.

    Das Engelsmotiv und die Inschrift des Steins wurden vom Bildhauer Professor Aksel Einar Utzon-Frank (1888-1955) entworfen. Die Formensprache Utzon-Franks ist erkennbar klassizistisch geprägt und steht in der Tradition Bertel Thorvaldsens (ebenfalls Däne), wenn auch mit deutlich stärker stilisierten Elementen.

    Der Vers auf der Rückseite des Steins wurde von der Schriftstellerin und Volkskundlerin Hansigne Lorenzen (1870-1952) aus Ballum an der Westküste verfasst. Der Stein selbst war ein Geschenk des unweit entfernten Schmedebyer Schotterwerks (Smedeby Skærvefabrik).

    Die Ereignisse des 9. April 1940
    Am 9. April 1940 wurde Dänemark von Deutschland besetzt. Um 4.15 Uhr morgens überquerten reguläre Wehrmachtstruppen die deutsch-dänische Grenze und zogen nach Norden.

    Aber schon gegen 04.00 Uhr hatte der deutsche militärische Nachrichtendienst eine kleine Gruppe von Agenten in Zivil nach Norden entlang des Bahndamms vorgeschickt. Sie sollten die Eisenbahnviadukte bei Pattburg sichern, die für den kommenden deutschen Vormarsch entscheidend waren.

    Am Viadukt trafen die Agenten auf drei dänische Grenzbeamte, die an ihren blauen Uniformen leicht als solche zu erkennen waren. Als sie die Deutschen durch Zuruf stellten, griffen diese zu ihren Waffen und eröffneten das Feuer auf die Gendarmen.

    Obergendarm J. P. Birk starb auf der Stelle, während die beiden anderen, die Obergendarmen A. S. Albertsen und A. A. Hansen in das Krankenhaus von Sonderburg gebracht wurden, wo sie noch am selben Tag verstarben.

    Die drei Gendarmen wurden so zu den ersten dänischen Opfern des deutschen Einmarsches nach Dänemark und Norwegen, der unter dem Decknamen "Operation Weserübung" geführt wurde.

    Dass die Gendarmen von der deutschen Wehrmacht als militärische Ziele betrachtet wurden, ist dem Vernehmen nach höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Deutschen Kenntnis vom dänischen Verteidigungsplan hatten – gemäß dem die Gendarmen die Viadukte bei Pattburg und die Brücke über die Wiedau bei Tondern ggf. sprengen sollten, um den Feind am Vorrücken zu hindern.

    Was die Deutschen nicht wussten, war, dass die Gendarmen wenige Stunden zuvor den Befehl erhalten hatten, sich ggf. zurückzuziehen – ohne die Viadukte zu sprengen und ohne den Kampf gegen die deutsche Übermacht aufzunehmen.

    Albertsen und Hansen sind auf dem Friedhof von Bau (Bov) beigesetzt. Beide gehörten zu den Gendarmen, die nach der Volksabstimmung 1920 von der ehemaligen, nördlicher belegenen Grenze an der Königsau an die neue, jetzt südlichere Grenze versetzt worden waren. Hansen war erst 1922 eingestellt worden. Aufgrund seiner familiären Beziehungen wurde Birk weiter nördlich in Taps bei Kolding beigesetzt.

    Der Gendarmengarten und die Gedenkstätte werden von der Kommune Apenrade gepflegt.

    Weitere Informationen
    Wenn Sie mehr über die Grenzgendarmerie und ihre – oftmals harte – Geschichte als dänisches Grenzschutzkorps erfahren möchten, können Sie das Grenzgendarmeriemuseum in Pattburg, Museum Oldemorstoft, Bovvej 2, 6330 Padborg besuchen. Weitere Informationen unter www.oldemorstoft.dk.

    Wenn Sie das Lager in Fröslee (Frøslev) besuchen möchten, in dem Grenzgendarmen während der deutschen Besatzung ab August 1944 zusammen mit dänischer Polizei und Widerstandskämpfern interniert waren, können Sie Ihren Besuch über www.froeslevlejren.dk planen. Die Adresse lautet Lejrvejen 105, 6330 Padborg.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Gespaltene Granitskulptur, 1982

    Werkstoff
    Granit

    Künstler
    Poul Isbak, geb. 1943

    Standort
    Haderslevvej 52, Apenrade

    Bescreibung
    Die Schwere des Felsens – die Leichtigkeit der Luft. Diese beiden Elemente werden in der Skulptur von Poul Isbak vor dem schönen Gebäude kontrastiert, in dem seinerzeit das deutsche Gymnasium und später die Polizeiwache der Stadt untergebracht war.

    Poul Isbak lässt sich bei seinen Skulpturen oft von Alltagsgegenständen inspirieren, etwa Stühle und Sofas. Hier haben wir es jedoch mit einer abstrakteren Skulptur zu tun, bei der besonders das Vakuum zwischen den beiden Blöcken die Neugier weckt: Werden die Formen voneinander abgestoßen oder angezogen? Welche überwältigende Kraft hat sie getrennt oder hält sie zusammen? Die Duplizität der Skulptur kommt auch im Werkstoff zum Ausdruck, wobei der Künstler das harte, gespaltene Granitmaterial so bearbeitet hat, dass es als etwas Weiches erscheint, über das man mit der Hand streichen möchte.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Gewächs, 1971

    Werkstoff
    Eisen

    Künstler
    Børge Jørgensen, 1928-1998

    Standort
    Park des Schlosses Brundlund am Dr. Margrethesvej, Apenrade

    Beschreibung
    Die Skulptur Gewächs stößt aus einem spärlichen Fundament kraftvoll in die Höhe. Sie scheint die Erdoberfläche soeben erst durchbrochen zu haben und balanciert ihren knittrigen Kopf auf einem grazilen Stängel, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Organisches und Geometrisches sind hier miteinander verwoben, die gespannten Blütenblätter des Gewächses sind im Begriff, sich zu entfalten.

    Ursprünglich Maler, wechselte Børge Jørgensen in den 1950er Jahren zur Bildhauerei und ging in den 1960er Jahren von der figurativen zur abstrakten Formensprache über. Man spürt, dass es sich um eine Stilisierung von etwas Erkennbarem handelt, die in einer abstrakten Skulptur wie das Gewächs mündet.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Gänse, 1998

    Werkstoff
    Bronze

    Künstlern
    Thorkild Junggren Have und J. P. Junggren Have, 1915-2008

    Standort
    Stubbæk Bygade, Stubbæk, südlich von Apenrade

    Beschreibung
    Auf dem Rasen gegenüber dem Dorfteich an der Stubbæk Bygade stehen zwei naturalistische Bronzegänse neben einer schön gearbeiteten Bank aus Granit und Holz. Eine der Gänse hat ein Bronzeei auf der Bank hinterlassen. Offenbar kümmern sich die Besucher der Skulptur gut um das Ei, das wie eine Bronzemedaille glänzt. Genau das Richtige für eine warme Hand. Hände haben auch Spuren auf den Rücken der beiden Gänse hinterlassen, die glänzende Streifen aufweisen. Die Federspitzen und die Gänsefüße sind als einzige unberührt geblieben und weisen daher die grüne Patina des Kupfers auf.

    Auf der von Bildhauer Thorkild Junggren Have entworfenen stabilen Bank sitzen Einheimische und Besucher gleichermaßen bequem. Gänse und Eier wurden von seinem Vater, dem legendären Gartenarchitekten, Künstler und Professor J. P. Junggren Have entworfen, jedoch von seinem Sohn in Bronze gegossen und angefertigt.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Haus in Landschaft, 2010

    Werkstofff
    Roter und schwarzer Granit

    Künstler
    Hans Lembrecht Madsen, geb. 1943

    Standort
    Kongehøjskolen, Einschulungsabteilung, Apenrade

    Beschreibung
    Zwischen dem Spielplatz und dem Verwaltungsgebäude der Königshügelschule in Apenrade steht ein halbmeterhohes Eisenpodest. Die Skulptur war ein Geschenk an die ehemalige Brundlund-Schule, die jetzt mit der Rugkobbel-Schule unter dem Namen Kongehøjskolen fusioniert hat. Das Plateau trägt eine Berglandschaft aus schwarzem Granit, und am Rand steht ein unfertiges Miniaturhaus aus rotem Granit.

    Zwischen dem Spielplatz und dem Verwaltungsgebäude der Königshügelschule in Apenrade steht ein halbmeterhohes Eisenpodest. Die Skulptur war ein Geschenk an die ehemalige Brundlund-Schule, die jetzt mit der Rugkobbel-Schule unter dem Namen Kongehøjskolen fusioniert hat. Das Plateau trägt eine Berglandschaft aus schwarzem Granit, und am Rand steht ein unfertiges Miniaturhaus aus rotem Granit.

    Das Haus hat Tore von der Größe eines Fingerhuts. Ein Maßstab, der den Betrachter auf eine Reise in das Werk als Winzling einlädt. Aus der Perspektive eines Liliputaners wirkt die Landschaft rund um das Haus überwältigend. Der Berg erscheint schwindelerregend groß, und mit einem scharfgeschliffenen Muster aus glatten Dreiecken scheinen seine Seiten unpassierbar. Nach Aussage des Künstlers soll das Miniaturhaus ein Symbol für die Schule sein, in der der Mensch wächst und Gestalt annimmt: "Das Haus ist am niedrigsten und erscheint an einem Ende unvollendet, während das andere höher und fertiger ist. Das soll als Symbol für die Schüler verstanden werden. Sie beginnen am niedrigen Ende und kommen am anderen Ende entwickelt und geformt heraus", erklärte Hans Lembrecht Madsen zur Einweihung des Werks. 

  • Titel und Entstehungsjahr
    Kampf, 1993

    Werkstoff
    Granit

    Künstler
    Claus Ørntoft, geb. 1959

    Standort
    Søvænget, Rothenkrug

    Beschreibung
    Ist es Spiel oder Ernst, wenn sich die beiden mächtigen Granittiere gegenseitig an die Gurgel gehen? Kampf ist ein Beispiel für die heftigen und aufgestauten Energien und Bewegungen, die Ørntoft in seinen Skulpturen zu verkörpern versteht. Die Figuren scheinen fast schon aus dem Stein hervorzubrechen, in welchem ihre bis zum Bersten angespannte Körperkraft (noch) gebändigt ist.

    Seine Inspiration holt sich der Künstler aus den isländischen Sagen und der nordischen Mythologie; auch Merkmale mittelalterlich-nordischer Steinmetzkunst sind erkennbar. Ganz typisch für Ørntofts größere Werke ist, dass sie harmonisch wirken und in sich selbst ruhen – nicht trotz, sondern wegen der geballten Kraft, die ihnen innewohnt.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Kniender Knabe, 1942

    Werkstoff
    Bronze

    Künsterin
    Astrid Noack, 1888-1954

    Standort
    Park des Schlosses Brundlund am Dr. Margrethesvej, Apenrade

    Beschreibung
    Die Knabenskulptur von Astrid Noack zeigt Entschlossenheit und Würde. Es gibt keine Requisiten, Effekte oder dramatischen Bewegungen, mit denen wir die Figur interpretieren könnten. Es gibt nur eine reine und einfache Formensprache, die an den ägyptischen oder griechisch-archaischen Stil erinnert, der wiederum durch Frontalität, Strenge und Stilisierung gekennzeichnet ist.

    Astrid Noack hat in mancherlei Hinsicht den Weg für andere Künstlerinnen geebnet. Sie war u. A. eine der ersten Frauen, die 1910 ihren dänischen Gesell(inn)enbrief als Bildschnitzerin erlangte, nachdem sie einige Jahre als Porzellanmalerin in Kopenhagen gearbeitet hatte. 1920 kam sie mithilfe eines Handwerkerstipendiums nach Paris und wurde Teil des inneren Zirkels der Académie Scandinave. Von hier aus brachte sie die Strömungen der Moderne mit zurück nach Dänemark.

    Noack wurde das erste weibliche Mitglied der Kopenhagener Künstlervereinigung Grønningen.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Kohlenmauer, 2005

    Werkstoffe
    Beton, Stahl, Aluminium, Faserlicht

    Künstler
    Niels Junggreen Have, geb. 1946

    Standort
    Ehem. Kraftwerk Enstedværket, Flensborgvej, südliches Apenrade

    Beschreibung
    Auf der Einfallstraße von Süden nach Apenrade kommen täglich tausende Autofahrer an dem großen Kohlekraftwerk vorbei. Die Kohlenberge des Kraftwerks verbergen sich hinter einer vom Architekten Niels Junggreen Have entworfenen dynamischen Kohlenmauer.

    Sie ist 500 Meter lang, 25 Meter hoch und nur 20 Zentimeter tief. Sie ist freistehend und 'wogt' gleichsam mit kantigen Knicken und geschwungenen Falten, als wäre sie aus einem Stück Kartonpappe und nicht aus Beton gefertigt.
    Mit Einbruch der Dunkelheit wird die Mauer noch lebendiger. 222 kleine Faserlichtpunkte strahlen mit langsam wechselnder Intensität — wie an die Wand geholte Sterne. Tagsüber wird das Sonnenlicht durch 33 segelförmige Dreiecke aus Aluminium reflektiert, was den Segelbooten auf der Förde nachempfunden ist.

    Die Kohlenmauer erhielt 2005 den Architekturpreis der Kommune Apenrade.

  • Titel
    Landschaftsskulptur - Vergangenheit Gegenwart

    Werkstoff
    Ziegelmaterial

    Künstler
    Martin Qvist, 1935-2008

    Standort
    Sønderborgvej, an der Einfahrt nach Seegaard (Søgård)

    Beskrivelse
    Die Landschaftsskulptur - Vergangenheit Gegenwart thematisiert das Interesse des Künstlers an Geschichte und sein Aufwachsen im Ziegeleiort Ekensund. Die Skulptur steht an der Einfahrt nach Seegaard und wurde im Vorfeld der Kommunalfusion (verwaltungstechnische Zusammenlegung) 2007 fertiggestellt. Wenn man durch das Backsteinportal geht und das alte Wappen der Gemeinde Feldstedt zugrunde legt, begegnet man Elementen der örtlichen Geschichte. Die Ereignisse und der Ort sind miteinander verbunden, da die Darstellungen aus dem 'Gold' des örtlichen Untergrundes, nämlich Ziegelmaterial, geschaffen wurden.

    Für die Arbeiten wurden sowohl neue Steine als auch schön glasierte Bruchsteine, also Abfallmaterial, aus der Ekensunder Ziegelei verwendet. Die Bruchsteine wurden in den nahen Fördegewässern gefunden. Der Rundgang um die Skulptur endet am Wappen der Kommune Apenrade, womit sich Vergangenheit und Zukunft miteinander verbinden. Die Halbkugelform der Skulptur kann als Nachahmung der mongolischen Jurte angesehen werden, jenem speziellen Zelt, das den Nomaden als Heimstatt und sichere Basis diente

  • Titel und Entstehungsjahr
    Lebenszeichen, 1981

    Werkstoff
    Granit

    Künstler
    Ole Christensen, 1932-2000

    Standort
    Ehemaliges Rathaus in Bov/Bau, nördlich von Pattburg

    Beschreibung
    Ole Christensen hat aus dem harten Granit zwei sanft geschwungene Kurven geschaffen, die sich ineinanderfügen und – je nach Auge des Betrachters – einen Vogel, einen Phallus oder einen keimenden Samen darstellen. Die Skulptur und ihr Titel verweisen auf die Natur als schöpferische, lebensspendende Kraft.

    Christensens Arbeiten haben als Ausgangspunkt typischerweise ein biologisches Objekt, und obwohl er nicht im üblichen Sinne figurativ arbeitet, kann die Skulptur als Abstraktion von etwas Lebendem betrachtet werden. Dank eingehender Kenntnis der Möglichkeiten und Grenzen des Materials wird die Form dem Stein quasi abgerungen, wobei in diesem Fall nicht nur die Form, sondern auch die Oberfläche des Steins selbst einladend weich wirkt – wie von der Natur selbst geschaffen.

    Das Werk wurde durch den Staatlichen Kunstfonds erworben, um es am Rathaus der damaligen Kommune Bau aufzustellen.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Lesende Frau, 1973

    Werkstoff
    Bronze

    Künstler
    Ulf Rasmussen, 1913-1997

    Standort
    Apenrader Stadtbücherei, Haderslevvej 3, Apenrade

    Beskrivelse
    Eine lesende Frau war ein naheliegendes Motiv für die Aufstellung vor der 1973 gegründeten Regionalbibliothek Süderjütland, der heutigen Apenrader Stadtbücherei. Ulf Rasmussen bediente sich mit Vorliebe eines monumentalen Stils und thematisierte immer wieder die gleichen einfachen Motive – oft Vögel, Tiere, Gewächse oder Menschen.

    Der Standort der Skulptur wurde im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Wiedervereinigung im Jahr 2020 neu überdacht, als die Kommune Apenrade das Areal vor dem Folkehjem und der Bücherei in den Wiedervereinigungspark umwandelte. Hier sitzt nunmehr die lesende Frau als ein Zeichen dafür, dass der Platz nicht nur ein wichtiger Erinnerungsort in Nordschleswig/Süderjütland ist, sondern auch ein lebendig-kreativer Erholungsraum.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Liegende, dem Licht zugewandte Frau, 1955

    Werkstoff
    Bronze

    Künstler
    Gottfred Eickhoff, 1902-1982

    Standort
    Vor der Sønderjyllandshalle, Apenrade

    Beschreibung
    Der Titel der Skulptur und die Inschrift "4. maj" (4. Mai) auf dem Sockel verweisen auf den Umstand, dass das Werk als Denkmal für die Befreiung Dänemarks von der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs geschaffen wurde. Die Frau blickt sanftmütig in eine nun ungetrübtere Zukunft und wendet ihr Gesicht mit einer versöhnlichen Geste Richtung Deutschland. Ihre Monumentalität ist vor allem wohlwollend und besonnen: Jetzt schauen wir nach vorn.

    Die liegende, dem Licht zugewandte Frau ist repräsentativ für Gottfred Eickhoffs einfachen und harmonischen Stil. In einer Zeit, in der die abstrakte Kunst Hochkonjunktur hatte, blieb Eickhoff dem Figürlichen treu; seine Werke zeigen natürliche und verwurzelte Menschen. Die Skulptur ist eines von mehreren großen Denkmälern, die Eickhoff in Dänemark geschaffen hat.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Marie, 1994

    Werkstoff
    Granit

    Künstlerin
    Trine Maria Høy, geb. 1965

    Standort
    Kindergarten Mariehønen, Lergård 2, Apenrade

    Beschreibung
    Jeden Morgen begegnen die Kinder des Marienkäfer-Kindergartens der gedrungenen, runden Steinfigur auf einer kleinen Anhöhe vor dem Eingang. Sie lieben es, auf ihr herumzuklettern und zu spielen.

    Der Skulptur macht das nichts aus, denn die Bildhauerin Trine Maria Høy hat für ihre Arbeit einen Feldstein von besonderem Gewicht gewählt und dabei die runde Form des Steins nur leicht verändert: Ein runder Kopf wurde freigehauen, die Haare im Nacken in Duttform gebracht. Die angewinkelten Arme, das Gesäß und die schwere Brust sind nur schwach angedeutet und spiegeln die weichen Formen der Figur wider.

    Die anatomischen Merkmale des Gesichts sind von solcher Einfachheit, dass sie eine Reverenz in die Vergangenheit senden an die archaischen Skulpturen der Antike.

    Die Andeutungen und ausladenden Linien lassen Raum für vielfältige Interpretationen. Für Kinder und Erwachsene des Kindergartens wird sie zur hauseigenen Großmutter, zur schwangeren Frau oder einfach zur herrlich dicken Marie, auf deren Brust man sitzen kann.

    Marie war die erste öffentliche Ausschmückung von Trine Maria Høy. Erworben vom Kunstausschuss der Kommune Apenrade für den Kindergarten Mariehønen (der Marienkäfer).

  • Titel und Entstehungsjahr
    Paar, 1975

    Werkstoff
    Stahl mit schwarzem Anstrich

    Künstler
    Hans Lembrecht Madsen, geb. 1943

    Standort
    An der Einfahrt zum (Wohngebiet) Farverhus, Apenrade

    Beschreibung
    Paar ist eines der frühen Beispiele für Arbeiten des einheimischen Bildhauers Hans Lembrecht Madsen im öffentlichen Raum. Zwei lange, schwarze, organische Formen schwingen elegant auf Stahlrohren, die in einen massiven Feldstein eingelassen sind. Eine Form ist etwas größer als die andere, aber ihre Öffnungen sind sich genau gegenüber, wie es bei Paaren halt manchmal der Fall ist. Die Skulptur Paar ermöglicht mehrere Interpretationen, wenn man erfährt, dass sie durch ein konkretes Naturphänomen, und zwar den Samen der Bohne, inspiriert wurde: "Wenn man eine Bohne öffnet, sind die Samen sicher und geborgen einander gegenüber angeordnet und entwickeln sich im harmonischen Miteinander. Das war eigentlich der Ausgangspunkt für die Arbeit mit dieser Skulptur", hat Hans Lembrecht Madsen einmal erläutert.

    Der autodidaktische Bildhauer hat seitdem mehrere öffentliche Plätze in Nordschleswig/Süderjütland geprägt. Am bekanntesten sind diejenigen in den Kreisverkehren an der E45-Autobahnausfahrt nach Apenrade bzw. Rothenkrug: Alle heben mit an und Zusammen schaffen wir den Durchbruch. Skulpturen von Lembrecht Madsen findet man auch am Apenrader "BahnHof" (BaneGården), an der Torvegade in Pattburg und an der Königshügelschule (Kongehøjskolen) in Apenrade.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Schiff and Pflug, 2002

    Werkstoffe
    Granit und Wasser

    Künstler
    Erik Brandt, geb. 1937

    Standort
    Løjt Storegade in Loit Kirkeby (nordöstlich von Apenrade), gegenüber der Loiter Kirche

    Beschreibung
    In der Wasserkunst von Erik Brandt trifft Vergangenheit auf Gegenwart. Der Titel Schiff und Pflug ist eine offensichtliche Anspielung auf die Geschichte der Seefahrt, des Schiffbaus und der Landwirtschaft, die auf dem Loit-Land die wichtigsten Wirtschaftszweige darstellten. Die Formensprache hingegen mutet mit ihrer strengen Komposition aus Granitelementen eher modern an.

    Das größte davon ist der Pflug, der wie ein abstraktes Pflugschar auf einem Schneepflug mit abgerundeten Kanten zwei Meter hoch aufragt. Die Weichheit kontrastiert mit einer kantigen Treppe an der schmaleren Seite der Skulptur. Die Treppe weist in Richtung eines kreisförmigen Brunnens in einigen Metern Entfernung. Am Rande des Brunnens gleitet ein Schiff in spitzer schwarzer Ellipsenform. Von der Oberseite des Schiffs rinnt Wasser über seine glatten und unebenen Oberflächen und verleiht den strengen, modern anmutenden Formen Leben.

    Als Kuriosität hat der Künstler die Zeiten noch einmal aufeinandertreffen lassen, indem er ein kleines Sonnenzeichen wie eine Petroglyphe (Felszeichnung) am Fuß des großen Pflugsteins eingeritzt hat.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Sich hinlegendes Pferd, 1966-1969

    Werkstoff
    Bronze

    Künstler
    Nicolaus Wehding, 1932-2018

    Standort
    Apenrader Stadion, Vestvejen, Apenrade

    Beschreibung
    Sich hinlegendes Pferd ist eine detaillierte Darstellung eines ausgewachsenen Pferdes, das im Begriff ist, sich hinzulegen. Das Tier knickt in der Vorderhand ein, neigt das Gewicht seines Körpers nach rechts und stützt sein Maul auf den Boden. Das Hinterteil ragt noch voll in die Höhe. Die Pose bildet einen Linienverlauf von oben nach unten, den Wehding noch verstärkt, indem er die Skulptur so positioniert, dass das Hinterteil des Pferdes quasi bündig in Richtung der hohen Bäume im Hintergrund, der Kopf dagegen nach unten auf den Platz davor zeigt.

    Nicolaus Wehding stammt aus Apenrade und verließ die Stadt, um von 1952 bis 1959 die Akademie der Künste in Kopenhagen zu besuchen. Er hielt an der Tradition der figurativen Bildhauerei fest und lehnte die abstrakten Tendenzen strikt ab, die ansonsten die Kunstszene der Hauptstadt beherrschten. Dennoch erhielt er viel fachliche Anerkennung für seine Arbeiten. 1965 war er in der ersten Künstlergruppe dabei, die ein dreijähriges Stipendium des Staatlichen Kunstfonds erhielt. Aufgrund des Stipendiums hatte er Zeit und Muße, die Bronzeskulptur für das Apenrader Stadion zu entwickeln. Nach der Fertigstellung zog Wehding übrigens zurück nach Apenrade, um hier an seinen figurativen Werken zu arbeiteten.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Sonnenuhr, 1998

    Werkstoff
    Stahl

    Künstler
    Piet Hein, 1905-1996

    Standort
    Die Verkehrsinsel Ecke Jernbanegade und Løgumklostervej, Apenrade

    Beschreibung
    Wie spät ist es? Eine für Reisende ganz typische Frage. Hätte die Sonnenuhr des dänischen Volkshumoristen Piet Hein dort gestanden, als es noch einen Bahnbetrieb ganz bis nach Apenrade gab, hätte ein Blick Richtung Verkehrsinsel gleich östlich des Bahnhofs gereicht, und man wäre zeitlich im Bilde gewesen.

    Das Werk wurde durch den damaligen Leiter des großen Apenrader Unternehmens Abena, Jens Terp Nielsen, erworben, der seinerzeit schon das Bahnhofsgebäude gekauft und als Ausstellungsstätte unter dem Namen BaneGården (BahnHof) Kunst og Kultur betrieben hatte. 1998 präsentierte das Kunstzentrum eine Piet-Hein-Ausstellung, anlässlich derer die Sonnenuhr der Kommune Apenrade überlassen wurde.

    Piet Hein war außer Zeichner, Mathematiker, Designer und Philosoph auch ein ausgeprägter Lyriker, weshalb er seine Skulptur mit einem seiner typischen verschmitzten kleinen Gedichte versah — zu sehen auf einer superellipsenförmigen Plakette auf der Säule, auf der die Sonnenuhr ruht:

     

    Her ses tiden uformummet           Ganz unvermummt ist hier die Zeit
    Hentet ind fra himmelrummet       Hergeholt vom Himmel weit
    Helios i eget billed                       Helios selbst im Bild betracht'
    I en Helix forestillet.                     In einer Helix dargebracht.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Spaltung, 1994

    Werkstoff
    Halmstadgranit

    Künstler
    Søren West, geb. 1963

    Standort
    Kirsebærhaven, Apenrade

    Beskrivelse
    Søren Wests Skulptur mutet dramatisch an auf einem ansonsten eher friedlichen Fleckchen hier vor der Wohnungsgenossenschaftsanlage Kirsebærhaven (Kirschgarten). Spaltung ist der wortwörtliche Titel der Skulptur, die sich als anderthalb Meter hohes schmales Spaltblatt aus rötlichem Granit präsentiert und in einen massiven grauen Sockelstein eindringt. Der Gleichgewichtspunkt der Skulptur ist kurz vor'm Kippen, weil das Spaltblatt so groß ist und so weit in die Höhe ragt — ein Effekt, der dem Werk zusätzliche Spannung und Kraft verleiht.

    Bei näherer Betrachtung stellt sich indessen heraus, dass das Szenario nichts mit Spaltung zu tun hat. Die Spuren an den Steinen zeigen nämlich, dass es sich um Sprengungen handelt. Der Künstler stellt damit die klassische Bildhauertradition in Frage, indem er offenlegt, wie er das Werk inszeniert und hergestellt hat. Das Verfahren ist in der Tat in den Sockelstein eingebettet, der mit langen Rillen zum Bohren von Löchern für Dynamit durchsetzt ist, weshalb der Künstler darauf besteht, dass das Kunstwerk sowohl Skulptur als auch Prozess ist.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Stehende Frau (1939), Enthüllung 1986 

    Werkstoff
    Bronze

    Künstler
    Erling Frederiksen, 1910-1994

    Standort
    Ecke Hærvejen und Østergade, Rothenkrug

    Beschreibung
    Erling Frederiksen war als Maler, Grafiker und Bildhauer tätig. Er war ein Realist, bodenständig und gegenwärtig, der mit den von ihm dargestellten Menschen eng zusammenarbeitete: einfache Leute, die im Guten wie im Schlechten mit Alltag und Beruf beschäftigt sind.

    Die stehende Frau wurde bereits 1939 entworfen, aber erst 1985 gegossen, als der Staatliche Kunstfonds sie der damaligen Kommune Rødekro (Rothenkrug) als Geschenk bewilligte. Als Motiv sehen wir hier denn auch eine ganz gewöhnliche, robuste und universelle Frauengestalt, der Frederiksen durch seine Bearbeitung ein monumentales Gepräge verleiht, das gleichermaßen Gelassenheit und Handlungsfähigkeit ausdrückt.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Viadukt-Bank-Koffer, 1996

    Wekstoffe
    Roter und schwarzer Granit

    Künstler
    Hans Lembrecht Madsen, geb. 1943

    Standort
    Jernbanegade am Bahnhof, Apenrade

    Beschreibung
    Eine Bank, ein Koffer und ein Teil eines Durchgangs, eines Viadukts. Jemand ist unterwegs. Wer und wohin, das wissen wir nicht, und eben dadurch entsteht das Spannungsfeld zwischen den Elementen dieses Ensembles. Das Werk Hans Lembrecht Madsens thematisiert die Erinnerung an einen städtischen Raum rund um die Apenrade-Bahn, die von 1868 bis 1971 eine Nebenstrecke der Kleinbahn der Vamdrup-Pattburg-Bahn war.

    Die kleine Nebenbahn beförderte Fahrgäste zwischen Rothenkrug und Apenrade. Hier haben also Reisende mit ihrem Gepäck gesessen und darauf gewartet, vom Apenrader Bahnhof in die Welt hinauszufahren. Heute ist der Bahnbetrieb eingestellt, aber das gelbe Bahnhofsgebäude, das älteste erhaltene Bahnhofsgebäude Nordschleswigs/Süderjütlands, steht unter Denkmalschutz.

    Das für das Skulpturenensemble verwendete schwere Material hilft uns, die Erinnerung an eine vergangene Epoche zu bewahren. Versuchen Sie mal, ganz in diese Erinnerung einzutauchen, indem Sie sich auf die Bank setzen und sich vorstellen, wie Sie im Jahr 1910 auf den nächsten Zug warten. Wohin reisen Sie?

  • Titel
    Vogel im Käfig

    Werkstoff
    Eisen

    Künstler
    Erik Heide, geb. 1934

    Standort
    Apenrader Rathaus, ehem. Kreishaus (Amtsgården), Skelbækvej 2, Apenrade

    Beschreibung
    Besucher des Apenrader Rathauses kommen an dem derb anmutenden Vogel im Käfig direkt am Eingang vorbei.

    Eingezwängt in einem rostroten Eisenkubus sitzt ein Vogel mit gestutzten Flügeln und sieht aus, als würde er sich Schutz suchend zusammenkauern. Der Käfig wurde aufgerissen, die abgeschnittenen Flügel liegen immer noch beweglich und zuckend oben auf dem Käfig. Ob sie wohl ohne den Vogel fliegen könnten?

    Löst man sich jedoch vom Thema und dem Motiv und betrachtet den Vogel im Käfig lediglich als skulpturale Form, so ergibt sich eine interessante Wechselwirkung mit der Architektur des Ortes. Die Proportionen der Skulptur wiederholen sich in den Fensterbändern der Fassade, die sich an dem gesamten großen Verwaltungsbau entlangziehen. Die Nuancen des rostigen Eisens harmonieren zudem mit dem Farbspiel der gebrannten braunen Ziegel des Gebäudes.

    Auch wenn Erik Heide den Vogel im Käfig nicht gezielt für diesen Standort entworfen hat, passt er dennoch sehr gut zu seiner jetzigen Umgebung.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Wasserkunst, 1969

    Werkstoffe
    Verschiedene Werkstoffe

    Künstler
    J. P. Junggreen Have, 1915-2008

    Standort
    Mutter Stahlbohms Platz, Aabenraa

    Beschreibung
    Diese Wasserkunst gehört zu den beliebtesten Skulpturen in Apenrade. Das gemütliche Plätschern der vielen skurrilen Wasserhähne verleiht dem Mutter Stahlboms Platz Charme und Charakter. Die Wasserkunst besteht aus einem hohen Kupferrohr mit einer Vielzahl von Hähnen und Rohren, aus denen das Wasser rinnt. Das Werk kann als Verweis auf den alten Stadtbrunnen und seine vier Gatt-Öffnungen sowie auf die maritime Geschichte Apenrades interpretiert werden, da es die Wasserabflussöffnungen einer Schiffswand nachempfindet.

    Die Wasserkunst war ein Teil des städtischen Raums, als die Apenrader Fußgängerzone (dän.: "Gehstraße") 1969 eingeweiht wurde. Am Eröffnungstag strömte aus einem der Hähne Brauselimonade des lokalen Getränkeherstellers Stolly. Die Skulptur wurde 2018-2019 umfassend renoviert.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Wasserkunst, 1991-93

    Werkstoff
    Granit

    Künstler
    Erik Warming, geb. 1942

    Standort 
    Genforeningsparken (Wiedervereinigungspark) / Apenrader Stadtbücherei, Apenrade

    Beschreibung
    Die Wasserkunst von Erik Warming besteht aus zwei Becken, die durch einen 12 m langen Wasserkanal verbunden sind. Bis 2020 stand das Werk am Großen Markt (Storetorv), wo der Stadtbrunnen stand, und genau wie beim alten Brunnen ergießt sich das Wasser aus vier Gatten ("das Gatt", seemanssprachl. f. "Öffnung").

    Mittlerweile wurde die Skulptur auf Veranlassung der Kommune Apenrade in den Wiedervereinigungs- und Freizeitpark verlegt, wo das Thema Wasser wunderbar mit der Schaffung von Wassersäulen auf dem Vorplatz des Folkehjems harmoniert. Hier können Kinder und kindlich Gebliebene im Wasser planschen und sich an den vielen schönen Details der Skulptur von Erik Warming erfreuen. Das Werk bedient sich des Kontrasts zwischen rauen und glatten Oberflächen sowie den Farben und Texturen der Gesteinsarten. Auf der kleinen Wanne rund um die Säule sind die alten Zeichen der Wochentage zu sehen, auf der größeren Wanne mit dem Brunnen die 12 Tierkreiszeichen.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Zwei Figuren an einem Strand, 1995

    Werkstoff
    Cortenstahl

    Künstler
    Hans August Andersen, 1926-2003

    Standort
    Flensborgvej, südlicher Stadtrand von Apenrade

    Beschreibung
    Die beiden Strandfiguren, die Ankömmlinge an der südlichen Einfallstraße nach Apenrade erblicken, sind frappierend genug, um es in Sachen Auffälligkeit mit ihrem Gegenüber, dem ehemaligen Kreishaus (Amtsgården) auf der anderen Straßenseite, aufzunehmen. Die Skulptur wurde von der Kreiskommune Sønderjylland (Nordschleswig) anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Gemeindereform im Jahr 1971 erworben. Die Kommune Apenrade stellte ein Grundstück für die Installation zur Verfügung. Nach der Gemeindereform 2007 zog die Apenrader Kommunalverwaltung in das große mokkafarbene, H-förmige Gebäude.

    Die Skulptur mit den Silhouetten der beiden kreuzenden Schiffe erinnert den neuen Nachbarn gegenüber an die bewegte Vergangenheit der Stadt als Seefahrerstadt und ihre heutige Rolle als einer der wichtigsten Transithäfen Dänemarks. Überdies ist die Skulptur auch ein Symbol für die beiden Kulturen, die dänische und die deutsche, die im Laufe der Jahre in Apenrade eine friedliche und fruchtbare Koexistenz miteinander entwickelt haben.

  • Titel und Entstehungsjahr
    Wind in den Segeln, 2006

    Werkstoff
    Stahl

    Künstnler
    Hans Günter Hansen, 1922-2013

    Standort
    Sønderborgvej in Feldstedt, südöstlich von Apenrade

    Beschreibung
    Die Feldstedter Bürger hatten selbst die Initiative zur Schaffung und Aufstellung einer Skulptur für ihren Ort ergriffen Konzeption: der ortsansässige Künstler Günter Hansen, Ausführung: der ebenfalls ortsansässige Schmiedemeister Jørn Smej (lokaler Dialekt für Schmied).

    Die Skulptur besteht aus drei dreieckigen Eisenplatten auf einem Sockel und hat durch Wind und Wetter schnell die gewünschte rostrote Farbe angenommen. Die Platten stehen senkrecht und parallel zueinander, leicht versetzt. Dies lässt an drei Segel denken, die sich gemeinsam in dieselbe Richtung vorwärtsbewegen auf dem Weg zu neuen Horizonten und Abenteuern.

    Günter Hansen war vor allem für seine Malerei bekannt, wobei er nach und nach von einer naturalistischen zu einer eher stilisierten Formensprache überging, in der geometrische Figuren in seine Motivwelt Einzug hielten genau wie es in der Skulptur Wind in den Segeln der Fall ist.

  • Titel und Entstehungsjahr
    8 Akryltafeln, 1996

    Werkstoffe
    Kunststofffolie auf Akrylplatten

    Künstlerin
    Ulla Alberg, 1934-2021

    Standort
    Die beiden Bahnunterführungen der Nørregade, Pattburg

    Beschreibung
    Pattburg ist ein Grenz- und Transitort. Von hier aus führt der Weg hinaus in die Welt, es ist der Ort, an dem Reisen beginnen können. Ulla Alberg hat den Blick hinaus in die Welt in den vier dekorativen Tafeln interpretiert, denen man auf dem Weg aus der Stadt heraus auf den Eisenbahnviadukten in Pattburg begegnet: Unter dem Titel Handel und Verkehr thematisiert sie Weite und Ferne mit Ikonen wie dem Eiffelturm und der Akropolis, Gondeln, Zwiebeltürmen und Brücken über mächtige Schluchten.

    Die vier Tafeln, die man auf dem Weg hinein in die Stadt sieht, tragen den Titel Kunst und Kultur und veranschaulichen das lokale kulturelle Leben, einschließlich des markanten Profils der Kirche und des pyramidenförmigen Museums.

    Die Motive sind stilisiert und erscheinen in klaren Farbflächen, so dass sie fast schon wie kleine, einfache Comicstrips wirken.